Der Fachbereich Evangelische Theologie, das Frauenbüro
und das Studium generale laden im Rahmen der Ringvorlesung

Frauenforschung und Feministische Theologie
im Wissenschaftlichen Dialog.
Bestandsaufnahme und Richtungen für die Zukunft

zu folgendem Vortrag ein:

Prof. Dr. Helga Kuhlmann (Paderborn)

»Frauengerechte«
Rechtfertigungstheologie?

Donnerstag, 6. Juni 2002, 18.15 Uhr
Hs 16, Forum (Eingang Johann-Joachim-Becher-Weg 4)

Für die Rechtfertigungstheologie Frauengerechtigkeit zu beanspruchen, impliziert, die überlieferte Rechtfertigungstheologie so zu interpretieren, dass sie Erfahrungen reflektiert, die zumindest in Teilen das Mann-Sein der Rechtfertigungstheologen spiegeln und nicht allein ihr Menschsein. Theologie, die davon ausgeht, dass beiden Geschlechtern die Gottesbildlichkeit zugesprochen ist, die Geistkraft und die Gnade Gottes geschenkt sind, dass Frauen und Männer als Schwestern und Brüder Jesu Christi und als Töchter und Söhne Gottes angesehen werden können, wird selbstwidersprüchlich, wenn einer ihrer zentralen Gehalte so
gefasst ist, dass ein Geschlecht diskriminiert wird.
Können auch Erfahrungen von Frauen rechtfertigungstheologisch gedeutet werden? Der Vortrag sucht nach einer gegenwartsbezogenen Interpretation der Rechtfertigungstheologie, die Fragen der Geschlechterdifferenz aufnimmt.

Prof. Dr. Helga Kuhlmann, geboren 1957 in Hagen in Westfalen. Studium der Evangelischen Theologie und der Diplompädagogik in Bochum, Münster und Marburg. 1986 bis 1990 Dozentin für Theologie in der Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen an der Kirchlichen Fachschule für Sozialpädagogik, Heilpädagogik und Diakonie in Hephata/Treysa, 1990 bis 1992 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Sozialethik des Theologischen Fach­bereichs an der Universität Marburg, 1992 bis 1995 Assistentin für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Heidelberg, seit 1998 Professorin für Systematische Theologie und Ökumene an der Universität Paderborn. Mitglied der Kammer für Theologie der EKD seit 1998,
stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Evange­lischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen seit 1994.

Spezialgebiete: Systematische Theologie in der Moderne – Gendertheorie in der Theologie – Christologie – Gewalt – Leiblichkeit – Ethik des Lebensbeginns.

Publikationen: Die Theologische Ethik Albrecht Ritschls, München 1992; Herausgeberin des Bandes: Und drinnen waltet die züchtige Hausfrau. Zur Ethik der Geschlechterdifferenz, Gütersloh 1995, zahlreiche Aufsätze und einige Lexikonartikel zu den Spezialgebieten, Mitherausgeberin des Wörterbuchs Feministische Theologie 2. Auflage, erscheint demnächst.

Nächster Vortrag in dieser Reihe:
Prof. Dr. Monika Richarz (Berlin)
Neue Ansätze der Frauenforschung
in Studien zur jüdischen Geschichte – Frau, Religion und Gesellschaft in der Neuzeit
Donnerstag, 13. Juni 2002, 18.15 Uhr, Hs 16, Forum (Eingang Johann-Joachim-Becher-Weg 4)
 
 
 
 
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