und das Studium generale laden im Rahmen der Ringvorlesung
FRAUENFORSCHUNG UND FEMINISTISCHE THEOLOGIE
IM WISSENSCHAFTLICHEN DIALOG.
BESTANDSAUFNAHME UND RICHTUNGEN FüR
DIE ZUKUNFT
zu folgendem Vortrag ein:
Prof. Dr. Monika Richarz (Berlin)
Neue Ansätze der Frauenforschung
in Studien zur jüdischen
Geschichte
Frau, Religion und Gesellschaft
in der Neuzeit
Donnerstag, 13. Juni 2002, 18.15 Uhr
Hs 16, Forum (Eingang Johann-Joachim-Becher-Weg
4)
Die religiösen Pflichten von Mann
und Frau sind im traditionellen Judentum ebenso unterschiedlich wie komplementär.
Beide erfüllen die Gebote des jüdischen Gesetzes in jeweils geschlechtsspezifischer
Weise, doch gilt allein der Mann als berufen zum Studium von Talmud und
Thora und zur Leitung der Gemeinde. Erst mit der religiösen Reform
und der Verbürgerlichung des Judentums im 19. Jahrhundert begannen
sich in dieser religiösen Rollenverteilung Veränderungen zu zeigen.
Die jüdische Frauenbewegung kämpfte unter der Leitung von Bertha
Pappenheim für eine Verbesserung der Stellung jüdischer Frauen
in der Gemeinde. Doch erst 1935 konnte in Deutschland als letzter radikaler
Schritt Regina Jonas als erste Rabbinerin ordiniert werden. – Der Vortrag
zeigt, wie diese historische Entwicklung in den letzten beiden Jahrzehnten
erforscht und interpretiert
wurde, wobei feministische Historikerinnen
in den USA den entscheidenden Anstoß zur Forschung gaben.
Prof. Dr. phil. Monika Richarz,
geb.1937 in Berlin, studierte ab 1956 Geschichte und Germanistik an den
Universitäten Berlin, Bonn und Göttingen. 1958 begann sie mit
dem Studium der jüdischen Geschichte an der Freien Universität
Berlin. Nach Ablegung des Ersten und Zweiten Staatsexamens war sie 1964–1969
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Historischen
Kommission Berlin und promovierte 1970 an der Freien Universität in
jüdischer Geschichte. 1972–1979 arbeitete sie am Leo Baeck Institute
in New York und war 1980–1983 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Technischen
Universität Berlin. Von 1984 bis 1993 leitete sie die Germania Judaica
in Köln und lehrte an der dortigen Universität jüdische
Geschichte. Sie war 1993 bis 2001 Direktorin des Hamburger Instituts für
die Geschichte der deutschen Juden und wurde 1996 Professorin der Universität
Hamburg.
Spezialgebiete: Jüdische Sozialgeschichte
in Deutschland mit den Schwerpunkten Jüdische Akademiker, Autobiographik,
Frauengeschichte, Juden auf dem Lande, Wirtschaftsgeschichte.
Publikationen: Neben zahlreichen Aufsätzen sind erschienen:
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