Im Rahmen des Themenschwerpunktes


WAS IST GLÜCK?


lädt das Studium generale zu folgendem Vortrag ein:

Dr. Johann Hinrich Claussen (Hamburg)


"Mit sich selbst im reinen sein
und Gott zum Freund haben"
Das Glück des aufgeklärten Protestantismus


Dienstag, 21. Januar 2003, 18.15 Uhr
Hörsaal N 3 (Muschel)

Der Protestantismus hat es schwer mit dem Glück. Die gebräuchlichste und umfassendste Erfüllungskategorie unserer Sprache ist für ihn allem Anschein nach kein Thema. Schuld und Rechtfertigung, Wort Gottes und Offenbarung, Gewissen und Verantwortung - das scheinen ›richtige‹ Themen für die evangelische Kirche und Theologie zu sein. Aber Glück? Dürfen Protestanten glücklich sein? Und, wenn sie es denn dürften, können sie es auch? Es gab nur eine Strömung protestantischer Theologie und Frömmigkeit, die den Glücksbegriff ins Zentrum ihres Nachdenkens und ihrer praktischen Arbeit gestellt hat: die deutsche Aufklärungstheologie des 18. Jahrhunderts. Sie läutete eine neue Epoche ein und wurde doch selbst schnell wieder vergessen. Zu Unrecht, denn gerade ihre Gedanken über das Glück, über sein Verhältnis zu Ethik und Religion, bestimmen immer noch die Art, wie moderne Protestanten ihr Leben zu verstehen und zu gestalten suchen, damit es als glücklich gelten kann.


Dr. theol. Johann Hinrich Claussen, geb. 1964, 1983-1990 Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Hamburg und London. 1990-91 Auslandsvikariat in Argentinien. 1991-94 Promotionsstipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 1994-96 Vikariat in Hamburg. 1996 Promotion. Seit 1997 Lehrauftrag für Systematische Theologie am Fachbereich Ev. Theologie der Universität Hamburg. 1996-2001 Gemeindepastor in Reinbek bei Hamburg. Seit 1996 Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft ("Glück und Gegenglück. Philosophische und theologische Studien zu einem alltäglichen Begriff"). Seit 1993 regelmäßige Mitarbeit zu geisteswissenschaftlichen Themen in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Veröffentlichungen in theologischen und literarischen Zeitschriften.


Buchveröffentlichungen des Referenten: Ernst Troeltsch: Die Fehlgeburt einer Republik. Spektator in Berlin 1918-1922, hg. von Johann Hinrich Claussen (Die Andere Bibliothek Bd. 109) Frankfurt 1993. o Die Jesus-Deutung von Ernst Troeltsch im Kontext der liberalen Theologie (Beiträge zur historischen Theologie Bd. 99) Tübingen 1997. o Gemeinsam mit Thies Gundlach und Peter Stolt: Den Himmel auf die Erde holen. Literatur-Gottesdienste, Stuttgart 2001.


Nächster Vortrag in dieser Reihe
:
Prof. Dr. Michael Bringmann (Mainz)
Fortuna - Vom Schicksal des Menschen bis zum Trugbild irdischer Wünsche

Donnerstag, 30. Januar 2003, 17.15 Uhr, Hörsaal N 3 (Muschel)

 

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