Im Rahmen des Themenschwerpunktes


WAS IST GLÜCK?


lädt das Studium generale zu folgendem Vortrag ein:

Dr. Stefan Klein (Berlin)


"Die Glücksformel" oder
"Wie die guten Gefühle entstehen"


Dienstag, 10. Dezember 2002, 18.15 Uhr,
Hörsaal N 1 (Muschel)


Was uns glücklich macht, glaubte die griechische Philosophie ergründen zu können. Doch diese Hoffnung geriet ins Abseits: Seit dem Ende der Antike gilt Glück als ein großes Geheimnis. So haben wir uns an den Mythos gewöhnt, auf unser Glück hätten wir wenig Einfluss, da sich ja nicht einmal benennen ließe, was Glück eigentlich ist.
Einen Ausweg zeigt neuerdings die Hirnforschung auf. Wie Gefühle entstehen, ist experimentell zugänglich geworden. Das eröffnet einen neuen Zugang zu Fragen, die bislang der philosophischen Spekulation vorbehalten waren: Ist Glück erblich? Vergeht Ärger, wenn man ihn herauslässt? Kann man die Augenblicke der Euphorie verlängern? Macht Wohlstand glücklich? Können wir ein Leben lang in denselben Menschen verliebt sein? Und was ist das höchste Glück?
Von großer praktischer Bedeutung ist dabei die Einsicht, in welchem Maße sich auch das Gehirn eines erwachsenen Menschen noch verändert - eine wissenschaftliche Überraschung der letzten Jahre. Die so genannte Neuroplastizität ist einerseits mit Erfahrung und Lernen, andererseits sehr grundlegend mit der Entstehung positiver Emotionen verbunden. - So verhilft die Neurobiologie einem Kerngedanken der antiken Lebensphilosophie zu neuer Ehre: Glück ist weniger eine Frage erblicher Veranlagung oder der Lebenssituation als eine Folge bestimmter Gewohnheiten, die sich jeder aneignen kann. Glück kann man lernen.


Dr. Stefan Klein studierte Physik und Philosophie in München, Grenoble und Freiburg. Promotion über theoretische Biophysik. Er schrieb für viele deutschsprachige Zeitungen und Magazine und war von 1996 bis 1999 Wissenschaftsredakteur beim "Spiegel", von 1999 bis 2000 Redakteur bei "Geo". Lebt heute als freier Autor in Berlin. 1998 erhielt er den Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus. 2000 erschien sein viel beachteter Band "Die Tagebücher der Schöpfung", 2002 der Bestseller "Die Glücksformel. Oder wie die guten Gefühle entstehen".


Nächster Vortrag in dieser Reihe:
Prof. Dr. med. Hans-Volkhart Ulmer (Mainz)
Das sportliche Wettkampfergebnis: Glückssache oder berechenbares Ereignis?
Oder: vom "Glück" der Außenseiter

Dienstag, 7. Januar 2003, 18.15 Uhr, Hörsaal N 3 (Muschel)

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